Einführung und geschichtlicher
Überblick
Fotoarchiv Divriği
Divriği - Einführung und geschichtlicher Überblick
Das kleine Örtchen Divriği liegt 1250 m über dem Meeresspiegel, ca.
180 km südöstlich von Sivas im Tal des Çaltı
Çayı, der etwa 35 km östlich der Stadt in den Euphrat mündet. Zahlreiche
historische Bauten unterschiedlichster Epochen, lassen den einstigen
Glanz der Stadt erahnen. Wer in Divriği übernachten will, muss auf jeglichen
Komfort verzichten. Es gibt zwei ziemlich heruntergekommene Hotels,
das Ninni und das Belediye. Die Zimmer verfügen weder über Duschen noch
Toiletten, Frühstück gibt es ebenfalls keines im Haus. Wer jedoch bereit
ist, diese Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen, wird fürstlich belohnt.
In Mitten einer Traumlandschaft, fernab jeglicher Art von Massentourismus,
bieten sich in Divriği zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern, Faullenzen
oder die geschichtsträchtigen Bauwerke der Stadt und deren Umgebung
zu bewundern.
Über die frühe Geschichte der Stadt ist nur wenig bekannt. Einige Funde
aus der Region lassen jedoch darauf schließen, dass hier bereits zur
Zeit der Hethiter eine Siedlung existierte. In der Antike war Divriği
unter dem Namen "Tephrike" bekannt. In griechischen Quellen
wird die Stadt auch "Apbrike" genannt. Im 9. Jahrhundert siedelten
sich in Divriği die Paulikianer an, eine radikale christliche Sekte.
Diese Ikonoklasten lehnten auch das Kreuz als Symbol für das Christentum
ab, da sie es als ein heidnisches Folterinstrument ansahen.
Nach der verhehrenden Niederlage der Byzantiner im Jahre 1071 übernahmen
die Mengücikiden die Macht in der Stadt. Diese konnten sich knappe zwei
Jahrhunderte in der Region behaupten, bis sie schließlich im Jahre 1275
das Zepter (unblutig) an die Seldschuken weiterreichten, die sich zu
diesem Zeitpunkt ohnehin schon in der Region breitgeschlagen hatten.
Heute ist die Stadt Divriği mit ihren rund 25 000 Einwohnern das wichtigste
Abbaugebiet für Eisenerze im Land und somit ein wichtiger wirtschaftlicher
Standort. Wer auf ein Erlebnis der besonderen Art aus ist, setzt von
Divriği seine Reise mit dem Zug fort. Nicht viel schneller, als eine
Straßenbahn (eher langsamer) schlängelt sich die Bahn durch die gewaltigen
Ausläufer des ostanatolischen Berglandes. Für die Strecke von Divriği
nach Erzurum (knapp 400 km) benötigt die Bahn gute zehn Stunden.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind zweifelsohne die
Große Moschee (Ulu Cami) mit dem angebauten Krankenhaus (Darüşşifa).
Im Jahre 1229 ließ der Sultan Ahmet Şah Mengüçoğlu die prächtige Moschee
durch zwei armenische Architekte erbauen, 1240 stiftete seine Frau,
Turan Malik, das Krankenhaus. Besonders beeindruckend sind die drei
Eingangsportale der Moschee, sowie das Portal des Krankenhauses. Seit
1985 werden die beiden Bauwerke auf der Liste des Weltkulturerbes der
UNESCO geführt. Nicht weit oberhalb der Moschee liegen die Zitadelle
sowie die sehr gut erhaltene Kale Moschee (Kale Camii) aus dem Jahre
1180. Von hier oben aus eröffnet sich ein malerischer Blick auf das
Tal des Çaltı Çayı. Unterhalb der Moschee befinden sich zwei seldschukische
Türben (islamische Grabbauten) aus dem 12. Jahrhundert.