Letoon
Einführung und geschichtlicher Überblick
Sehenswürdigkeiten im lykischen
Heiligtum Letoon
Fotoarchiv Letoon
Unterkunft und Verpflegung rund um Letoon
Letoon - Einführung und geschichtlicher
Überblick
Letoon, das wichtigste Heiligtum der Lykier, liegt
wie Xanthos etwa 48 km südwestlich von Fethiye
und 15 km nördlich von Kalkan, im fruchtbaren Eşen-Tal, nahe der Stadt
Kınık. Von Kalkan kommend erreicht man Letoon, indem man etwa einen
Kilometer nach Kınık von der Bundesstrasse 400 in westliche Richtung
(links) abzweigt und der Beschilderung Kumluova/Letoon folgt. Das überschaubare
Areal beeindruckt durch seine Kompaktheit, die drei Tempel, zahlreiche
Mosaike, Säulen, die Überreste einer byzantinischen Kirche, fast monumentale
Giebelbauten... alles auf einer Fläche, kaum grösser, als ein Fussballfeld.
Über die Anfänge der Kultstätte ist heute wenig bekannt, die Ergebnisse
achäologischer Untersuchungen lassen auf eine Gründung im 8. Jh. v.
Chr. schliessen. Weiter ist bekannt, dass Letoon zu seiner Blütezeit
Austragungsstätte für alljährliche Kultfeiern und Wettkämpfe war. Es
ist anzunehmen, dass Aufstieg und Fall Letoons in engem Zusammenhang
mit der Geschichte des benachbarten Xanthos
stehen.
Der Legende nach gebar die Fruchtbarkeitsgöttin Leto, eine Geliebte
des Zeus, auf der Flucht vor dessen eifersüchtigen Frau Hera ihre Kinder
Apollon und Artemis. Zahlreichen Schulbüchern ist zu entnehmen, dass
dies auf Delos geschah. Und hat sich ein Gerücht einmal in Schulbüchern
verankert, ist es nur noch sehr schwer aus der Welt zu schaffen1.
Namhafte Archäologen, wie Azra Erhat und Ilhan Akşit, vertreten die
Ansicht, dass der Sonnengott Apollon, der einen lykischen Namen trägt,
ein Spross Lykiens, dem Land des Lichts ist. Auch der (weniger namhafte)
Autor dieses Textes ist ein Verfechter dieser Theorie. In Letoon angelangt
verwehrten lykische Bauern der Göttin das Trinken aus dem Teich, worauf
die erboste Titanentochter sie kurzerhand in Frösche verwandelte. Mit
manchen Frauen ist eben nicht zu spaßen.
Besonders hervorzuheben ist eine 1973 in der Nähe des Apollon-Tempels
entdeckte Stele2 aus dem Jahre 358 v. Chr.. Der Stein, der
heute im Museum von Fethiye zu sehen ist, ist mit Inschriften auf Aramäisch,
Griechisch und Lykisch versehen und wird daher als Trilingue
(drei Sprachen) bezeichnet. Die Inschriften aus dem vierten vorchristlichen
Jahrhundert bieten wertvolle Erkenntnisse über den frühen Götterkult
und dienten als wichtiger Schlüssel bei der Entzifferung der lykischen
Sprache.
Im Jahre 1962 begann man mit der Freilegung und systhematischen Erforschung
des im 19. Jahrhundert wiederentdeckten lykischen Heiligtums, zunächst
unter der Leitung von Prof. Dr. Metzger, später unter Christian Le Roy.
Sehenswürdigkeiten im lykischen Heiligtum Letoon
1in manchen Bundesstaaten
der USA ist es den Biologielehrern untersagt, die Evolutionstheorie
zu lehren, das nur am Rande
2Stele: senkrecht
stehender Stein mit Inschriften