Einführung und geschichtlicher Überblick
Sehenswürdigkeiten in Phaselis
Fotoarchiv Phaselis
Unterkunft und Verpflegung
in der Umgebung von Phaselis
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Phaselis (Tekirova)- Einführung
und geschichtlicher Überblick
Phaselis, die einst mächtigste Hafenstadt Lykiens,
ist eine der sehenswertesten antiken Stätten der Region. Sie liegt knappe
60 km südlich von Antalya, etwa 3 km unterhalb der Küstenstraße 400
(gelbes Hinweisschild), nahe der Stadt Tekirova. In
Mitten eines herrlichen Pinienwaldes, umgeben von drei antiken Häfen,
stoßen wir auf die Überreste einer Stadt, deren Ursprünge bis in das
12. vorchristliche Jahrhundert reichen. In dieser Zeit wurde der Küstenstreifen
um Phaselis von anatolischen Rückkehrern aus dem trojanischen Krieg
besiedelt. Zwar weisen die in der Nähe gelegenen Höhlen von Beldibi
prähistorische Funde auf, gegründet wurde Phaselis jedoch "erst"
im Jahre 690 v. Chr. von dorischen Kolonisten aus Rhodos unter ihrem
Führer Lacios. Der Legende nach traf Lacios in der Region um Phaselis
auf einen Hirten Namens Cylabros. Diesem wurden getrockneter Fisch als
Tausch gegen Ländereien angeboten. Cylabros nahm dankend an und wurde
von diesem Tag an von den Einwohnern Phaselis verehrt, die den Fischreichtum
der Region ihm zuschrieben.
Bereits um 600 v. Chr. gelangte Phaselis unter persische Herrschaft.
Schon bald erblühte die Stadt zu einer der wichtigsten Hafenstädte des
nördlichen Mittelmehrraums und blieb auch darüber hinaus kein unbeschriebenes
Blatt: als eine der wenigen Städte erhielt Phaselis vom ägyptischen
Pharao Amasis (569 - 526 v. Chr.) die Erlaubnis zur Besiedlung von Naukratis
im westlichen Nildelta. Im Jahre 469 v. Chr. wurde Phaselis unter Kimon
von Athen von den Persern "befreit". Diese "Befreiung
wider Willen" brachte den Eintitt in den Attisch-Delischen Seebund
mit sich, es folgte ein weiterer wirtschaftlicher Aufschwung. Erst im
Jahre 411 v. Chr. gelang den Persern, die sich Unterstützung von den
Spartanern geholt hatten, die Rückeroberung Phaselis. Dennoch konnte
sich Phaselis eine gewisse Selbstständigkeit bewahren: Perser und die
Einwohner Phaselis kämpften als gleichberechtigte Partner gegen Perikles
von Limyra.
Theodektes, der wohl berühmteste Sohn der Stadt, erblickte um 400 v.Chr.
in Phaselis das Licht der Welt. In Athen war Theodektes Schüler Isocrates
und zählte dort bald zu den mächtigsten und gefragtesten Redenschreiber
seiner Zeit. Ihm werden unter Anderen mehr als 50 Theaterstücke zugeschrieben.
Phaselis gehörte zu den Städten, die Alexander dem Großen bei seiner
Ankunft keinen Widerstand leisteten. Ob es die Schönheit der Stadt,
die Gastfreundschaft ihrer Einwohner oder mehr der ausgezeichnete Wein
der Region war, der Alexander im Jahre 333 v. Chr. zum Überwintern in
Phaselis veranlasste, ist den antiken Schriften nicht mehr zu entnehmen.
Dass Alexander bei gelegentlichen Trinkgelagen so manches Mal seinen
Zenith erreicht und wohl auch überschritten haben soll, geht aus verschiedenen
Quellen hervor. Als Dank für die Beherbergung setzte Alexander im Frühjahr
des Jahres 332 v. Chr. den anhaltenden Plünderungen und Tyranneien der
nahegelegenen Stadt Termessos ein Ende.
Nach dem Tod Alexanders im Jahre 323 v. Chr. geriet Phaselis zunächst
unter die Herrschaft der Ptolemäer. Nach einem kurzen und wenig ruhmreichen
Gastspiel der Seleukiden übernahmen schließlich die Römer das Zepter,
die es im Jahre 189 v. Chr. durch den Vertrag von Apameia an das Königreich
Rhodos weiterreichten. Nicht sonderlich glücklich über diese Fremdherrschaft,
die nicht nur Phaselis sondern ganz Lykien betraf, schickten die Lykier
mehrere Petitionen an den Senat nach Rom. 22 Jahre mussten die Lykier
das Joch ertragen, bis endlich im Jahre 167 v. Chr. Rom die Unabhängigkeit
Lykiens (somit auch Phaselis) und Kariens von Rhodos bekannt gab. Als
Mitglied im lykischen Bund prägte Phaselis zu dieser Zeit auch eigene
Münzen.
In den nächsten Jahren wurde Phaselis und das benachbarte Olympos
regelmäßig von Piraten heimgesucht. Diese Schreckensherrschaft fand
unter dem berüchtigten Seeräuber Zenikates ihren traurigen Höhepunkt.
Im Jahre 78 v. Chr. wurden die beiden Städte schließlich von dem römischen
Feldherren Publius Servilius Vatia befreit, der in Olympos kurzer Hand
die Burg samt Piraten in Brand steckte.
Im Jahre 129 n. Chr. besuchte Kaiser Hadrian die Stadt. Einige Ruinen
erinnern noch an den hohen Besuch. In den folgenden Jahren musste Phaselis
jedoch seine Vormachtstellung als wichtigster Hafen der Region an Attaleia
(Antalya) abgeben. Die einst so mächtige Stadt verlor mehr und mehr
an Bedeutung, blieb jedoch bis in byzantinische Zeit eine wichtige Flotten-
und Handelsbasis. Phaselis wurde zum Bischofssitz, konnte jedoch an
den Glanz alter Tage nicht mehr anknüpfen. Zu allem Überfluss wurde
die ehemals so prächtige Metropole im 7. Jahrhundert von den Seldschuken
geplündert, die die Stadt als Steinbruch für die Erweiterung der Stadtmauern
Antalyas nutzten. Arabereinfälle und einige teils heftige Erdbeben gaben
Phaselis schließlich den Rest, so dass die Stadt im 10 Jh. von ihren
letzten Einwohnern verlassen wurde. Erst zwei Jahrhunderte später wurde
das Gebiet um Phaselis von turkmenischen Nomaden neu besiedelt.