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Tlos

Einführung und geschichtlicher Überblick
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Tlos - Einführung und geschichtlicher Überblick

Tlos
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Tlos, dessen Ursprünge bis in die hethitische Zeiten reichen, liegt an der Ostseite des Eşen-Tals (Xanthos-Tal), etwa 40 km südöstlich von Fethiye und 65 km nördlich von Kalkan. Von Fethiye kommend erreicht man Tlos, indem man nach Kemer1 über eine Seitenstrasse der D400 nach Süden (rechts) der Beschilderung 'Tlos Restaurant' folgt. Die Stadt selbst liegt, strategisch günstig, auf einem beindruckenden, bis zu 470 m hohem Plateau, von dem aus sie einst das ganze Tal beherrschte. Nach längeren Regenfällen ist bei der Besichtigung besondere Vorsicht geboten, da sich das Terrain dann häufig in ein sumpfiges Gebiet verwandelt und der Aufstieg zur Akropolis zu einer gefährlichen Rutschpartie entwickeln könnte. Auf jedem Fall sollte auf gutes, festes Schuhwerk nicht verzichtet werden.

Über die Geschichte der Stadt ist leider nicht viel bekannt, eine in Tlos gefundene, bronzene Axt aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus verrät uns jedoch, dass Tlos zu den ältesten Siedlungen dieses Gebiets zählt. Hethitische Inschriften, die in das 14. vorchristliche Jahrhundert datiert werden konnten, erwähnen mehrfach eine Stadt namens Dalawa im Gebiet Lukka2, bei der es sich zweifellos um Tlos handelt. Später wurde, wie Münzfunde aus dem vierten Jahrhundert vor Christus belegen, die Stadt Tlava genannt. Den Namen Tlos erhielt sie vermutlich erst zur römischen Zeit (ab dem 2. Jh. v.Chr.). Zu dieser Zeit bekam Tlos auch den wohlklingenden Titel "glänzende Metropolis der lykischen Nation".

Bereits im zweiten Jahrhundert v. Chr. schloss sich Tlos dem lykischen Bund an und wurde bald eine seiner mächtigsten Städte. In ständiger Konkurrenz mit der Erzrivalin Pınara, konnte Tlos diese jedoch an Ausdehnung und Einfluss bald überflügeln. Tlos gehörte neben Olympos, Xanthos, Pınara, Patara und Myra zu den sechs Städten mit drei Stimmen im lykischen Senat. Nach einem verheerenden Erdbeben, das Lykien im Jahre 141 n. Chr. erschütterte, wurde Tlos wie auch Myra mit großzügigen Spenden von dem Mäzen Opramoas aus Rhodiapolis bedacht. Auch Licinnius Langurd aus Oinoanda beteiligte sich mit stolzen 50.000 Denaren am Wiederaufbau.

In byzantinischer Zeit war Tlos immerhin Bischofssitz, verlor jedoch trotz seiner ausgezeichneten Lage später immer mehr an Bedeutung. Eine traurige Renaissance erlebte Tlos im 19. Jahrhundert als sich der besonders grausame Feudalherr Kanlı Ali Ağa3 (kanlı: blutig) in der Stadt niederließ und auf den Ruinen der Akropolis seine Winterresidenz erbaute. Die Festung, die dem Tyrannen zeitweise auch als Kaserne diente, verschönerte das Stadtbild nicht unbedingt. Über Jahrzehnte hinweg versetzten die Räuber das gesamte Tal in Angst und Schrecken.

Im Jahre 1838 konnte der Archäologe Charles Fellows Tlos als das Tlos der Antike identifizieren. Kartographisch erfasst wurde die Stadt jedoch erst ab 1970.

1verwechseln Sie das hier benannte Kemer nicht mit der gleichnamigen Touristenhochburg an der Ostküste Lykiens

2Lukka war die Bezeichnung für Lykien in der hethitischen Zeit, war jedoch in seiner Ausdehnung etwas größer. Im Nordosten reichte Lukka etwa bis Eğridir.

3 Ağa ist ein historischer Titel für verschiedene Amtsträger, Handwerker und Offiziere. Das vielbenutzte Wörtchen abi (älterer Bruder) ist die Abkürzung von ağa bey.


 

Die Ruinen von Tlos
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auf dem Weg nach Tlos
auf dem Weg nach Tlos
Die Ruinen von Tlos
Die Ruinen von Tlos
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auf dem Weg nach Tlos
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Die Ruinen von Tlos