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24. Januar 2007
Mınasparov Hrant Polorıs Hay Yenk
(Auf Wiedersehen Hrant, wir sind alle Armenier)
Über 100.000 Trauernde versammelten sich in Osman Bey, einem Zentalen Stadtviertel Istanbuls, um von dem ermordeten türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink Abschied zu nehmen. Der couragierte Journalist war am vergangenenen Freitag, den 19. Januar 2007 auf offener Strasse erschossen worden. Die Menge begleitete den mit Blumen geschmückten Leichenwagen von der Redaktion der Zeitung "Agos" zu einer armenisch-orthodoxen Kirche durch die Innenstadt von Istanbul. Die zahlreichen Anhänger Dinks applaudierte, als der Sarg vorbeifuhr, Anwohner warfen Blumen aus dem Fenster. Obwohl die Familie des ermordeten bat, die Beisetzung Dinks nicht zu einer politischen Demonstration zu missbrauchen, wurde der Marsch zu einer der grössten Versammlungen in der Geschichte der Stadt und legte zeitweise den gesammten Verkehr der Stadt lahm.
Dinks Engagement für die Aussöhnung der Türken und Armenier, brachte ihm mehrfach wegen "Verunglimpfung des Türkentums" vor Gericht. Der Journalist (Jahrgang 1954) rief durch seine objektive Berichterstattung und seine Einschätzung zum Völkermord an Armeniern zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehrfach den Zorn radikaler türkischer Nationalisten hervor. Einer der Hauptverdächtigen im Mordfall Dink ist der radikale Yasin Hayal. Dieser hat gestanden, den Jugendlichen arbeitslosen Ogün Samast zum Mord an Dink angestiftet zu haben. "Orhan Pamuk, seien Sie clever", drohte Hayal bei seiner gerichtlichen Vorführung den Literaturnobelpreisträger Pamuk, der sich ebenfalls mehrfach wegen seiner deutlichen Haltung zum Genozid an den Armeniern vor Gericht verantworten musste.Rakel Dink, die Witwe des ermordeten wandte sich nach einer Schweigeminute mit einem Appel an die Menge, in dem sie zur Ergründung der Ursachen der Bluttat anmahnte. "Dieser Mörder war einst ein Baby, wenn wir uns nicht der Frage stellen, wie dieses Baby zum Mörder werden konnte, können wir gar nichts erreichen". Zum Sarg ihres Mannes gewandt rief sie mit weinender Stimme: "Du hast die verlassen, die dich lieben, aber du hast dein Land nicht verlassen."
Dink hinterlässt eine Frau und drei Kinder.